Pusteblume

Wind trägt kleine Fallschirmspringer,

weit hinaus ins grüne Land,

sind von einer Blume Samenbringer,

die bei alt und jung bekannt.

 

Schon von fern kann man sie sehen,

gelbe Blüte, Blätter grün,

wie sie dort in den Wiesen stehen,

und die Blicke auf sich ziehen.

 

Dieses Pflänzchen will nicht wählen,

ihm gefällt es überall,

es mag nicht Regentropfen zählen,

leben einfach ohne Qual.

 

Wächst vergnügt an allen Orten,

und in jeder Gartenkrume,

auch wo andre längst verdorrten,

findet man die Pusteblume.

Verloren

Wenn ein Freund die Welt verlässt,

stirbt mit ihm von dir ein Stück,

die Trauer dich dann fühlen lässt,

es bleibt im Herz ein Loch zurück.

Die Sonne sie verliert den Glanz,

wird trübe fast und unwirklich,

dein Tränenflor verdeckt sie ganz

kein Strahl von ihr kann trösten dich.

Wenn ein Freund die Welt verlässt,

und Erinnerungen du nur hast,

dann halt sein Bild tief in dir fest

das Es ins Loch im Herzen passt.

Der Ruf

Ein leiser Ruf reist durch die Zeit,

von der Liebe ausgesandt.

Zwei Seelen, die getrennt so weit,

in Sehnsucht sind gebannt.

Der Ruf er soll der Bote sein,

Verheißung auf das Glück,

auf Lebenslust im Sonnenschein,

vom Paradies ein Stück.

Er singt den Seelen leis sein Lied,

will damit sie begleiten.

Doch ob das Wunder jetzt geschieht,

entscheiden nur die beiden.

Den Weg der sie zusammenführt,

muss jede nun erwandern.

Nur wenn man nicht das Ziel verliert,

kommt ein Herz zum andern.

Wenn auch der Pfad mal steinig ist,

lohnt es ihn zu gehen.

Denn wenn du erst angekommen bist,

wirst du dein Schicksal sehen.

Zauberhafter Schmetterling

Er saß auf einer Blüte

und schien mich anzusehen,

zwei Augen auf den Flügeln,

so bunt und leuchtend schön.

Es war als ob ein Engel,

vom Himmel mir geschickt,

an einem Sommermorgen,

mir grad ins Herz rein blickt.

Ein filigranes Kunstwerk,

aus Lebenslust gestrickt

um Menschen zu erfreuen,

wenn sie der Kummer drückt.

Er schenkte mir die Freude,

dich ich schon lang vermisst,

ich hatte fast vergessen,

wie schön die Erde ist.

Es gibt so viele Wunder,

die wir gern übersehen,

weil wir nicht mit dem Herzen,

durch unser Leben gehen.

Ein Kind aus Gottesgarten,

der wundersamen Dinge,

die diese Welt verzaubern,

das sind die Schmetterlinge.

Quelle: Pixabay

Quelle: Pixabay

Durch den Advent

Dunkel liegen schon die Straßen,

der Wind treibt Wolken übers Land,

in den Häusern brennen Kerzen,

und mancherorts ein Lied erklingt.

Schnee fällt in die stillen Gassen,

macht daraus ein weißes Band,

das in vielen Menschenherzen,

Hoffnung jetzt auf Frieden bringt.

Leiser scheinen nun die Stunden,

das Leben rennt nicht so dahin,

während Mütter Plätzchen backen,

kehrt eine tiefe Ruhe ein.

Des Jahres Mühsal ist verschwunden,

das Dasein hat jetzt wieder Sinn,

Zeit die Geschenke einzupacken,

den bald wird wieder Weihnacht sein.

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Die Weide am Bach

Junge Weide dort am Bach,

sahst du meiner Kindheit Tage.

Wenn der Morgen noch nicht wach,

von dem dunklen Nachtgelage,

saß ich schon in deinem Schatten,

hoffte auf mein Anglerglück,

neben mir die Bisamratten,

nie mehr kommt die Zeit zurück.

 

Junge Weide hörtest singen,

als der Frühling zog ins Land,

ließ mein Lied ich hell erklingen,

weil ich meine Liebe fand.

Unter deinem grünen Wipfel,

gab sie mir den ersten Kuss,

auf der Liebe höchstem Gipfel,

sahst du Glück im Überfluss.

 

Stolze Weide, als ich fortging,

war`s als winktest du mir zu,

wenn dein Laub auch traurig dort hing,

meiner Seele gabst du ruh.

Suchte Glück an fernen Plätzen,

doch ich kam nie wirklich an,

weil man von den falschen Schätzen,

nicht sein Herz ernähren kann.

 

Stolze Weide, wie ich sehnte,

deinen Schatten her zu mir,

dass es oft im Traum mich wähnte,

als säße ich am Bach bei dir.

Hab die halbe Welt gesehen,

doch vergessen hab ich nicht,

könnt ich wieder vor dir stehen,

dort im warmen Abendlicht.

 

Alte Weide hör mich singen,

wenn ich wieder komm ins Land,

hör die alten Lieder klingen,

von der Lieb die ich einst fand.

Unter deinem grünen Wipfel,

lass mich wieder glücklich sein,

sah ich auch manch hohen Gipfel,

blieb mein Herz doch stets allein.

 

Alte Weide dort am Bach,

sieh, auch ich bin nicht mehr jung,

unter deiner Zweige Dach,

bleibt uns die Erinnerung.

Sitz ich heut in deinem Schatten,

träum ich mir die Zeit zurück,

neben mir die Bisamratten,

und die Angel schenkt mir Glück.

 

Weide

Weide Quelle: Pixabay