Pusteblume

Wind trägt kleine Fallschirmspringer,

weit hinaus ins grüne Land,

sind von einer Blume Samenbringer,

die bei alt und jung bekannt.

 

Schon von fern kann man sie sehen,

gelbe Blüte, Blätter grün,

wie sie dort in den Wiesen stehen,

und die Blicke auf sich ziehen.

 

Dieses Pflänzchen will nicht wählen,

ihm gefällt es überall,

es mag nicht Regentropfen zählen,

leben einfach ohne Qual.

 

Wächst vergnügt an allen Orten,

und in jeder Gartenkrume,

auch wo andre längst verdorrten,

findet man die Pusteblume.

Durch den Advent

Dunkel liegen schon die Straßen,

der Wind treibt Wolken übers Land,

in den Häusern brennen Kerzen,

und mancherorts ein Lied erklingt.

Schnee fällt in die stillen Gassen,

macht daraus ein weißes Band,

das in vielen Menschenherzen,

Hoffnung jetzt auf Frieden bringt.

Leiser scheinen nun die Stunden,

das Leben rennt nicht so dahin,

während Mütter Plätzchen backen,

kehrt eine tiefe Ruhe ein.

Des Jahres Mühsal ist verschwunden,

das Dasein hat jetzt wieder Sinn,

Zeit die Geschenke einzupacken,

den bald wird wieder Weihnacht sein.

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Tannen im Wind

Ich sehe die Tannen sich wiegen,

im Winde, im dunkel der Nacht,

die Stämme im Takte sich biegen,

ein Gleichklang zum Träumen gemacht.

Ich fühl die Erinnerung steigen,

aus dem Grunde des Herzens herauf,

die Bilder, die mir wieder zeigen,

hier nahm mein Glück seinen Lauf.

 

Wir trafen uns bei jenen Tannen,

die Liebe fand dort ihren Halt.

Wo einst unsre Träume begannen,

weht heute nur Wind rau und kalt.

Ich kann deine Augen noch fühlen,

oft versank ich in deinem Blick.

Will Sehnsucht nun mit mir spielen,

als brächt sie die Tage zurück?

 

Ich sehe die Tannen und weine,

ohne dich ist mein Herz so allein,

sitzt hier nun im Mondenscheine,

und kann dir nie mehr nahe sein.

Wohin ist die Liebe gezogen,

die uns der Sommer gebracht?

Vom Wind sind die Tannen gebogen,

mein Herz schweigt im dunkel der Nacht.

Die alte Buche

Es steht am Waldesrand ein alter Buchenbaum,

steht dort seit vielen Jahren und sah den Lauf der Zeit.

Wenn auch die Stürme tosten, die Buche schwankte kaum,

ein Zeuge für das Leben, ihr Wipfel stark und breit.

So trotze sie nach Kräften den Mächten der Natur,

stolz bot sie Schutz und Heimat, war vielen Zufluchtsort.

Sie wuchs und sie erblühte im Takt der Lebensuhr,

den Samen ihrer Früchte trug stets der Wind hinfort.

Die alte Buche steht nun mit silbrig rauer Haut,

gezeichnet von den Stürmen und die Krone wild zerzaust,

ist im Herbste ihrer Jahre nun würdevoll ergraut.

Wartet das des Todes Atem durch ihren Wipfel braust.

Noch einmal kommt der Winter, der letzte den sie sieht,

die Schneelast auf den Ästen bricht täglich ihre Kraft.

Ein Eisturm bringt die Gnade die sie zu Boden zieht,

bis bald der junge Frühling neu das Leben aus ihr schafft.

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Blick vom Wegesrand

Ein Bussard sitzt auf einem Ausguck

und späht hinaus ins Feld.

Ich gönn mir einen tiefen Schluck,

erfreut von dieser schönen Welt.

Die Äcker liegen braun und still,

ihr Werk ist nun vollendet,

und weil das Leben es so will,

sich jetzt der Zyklus wendet.

Herbst zieht nun durch weite Flur,

und Nebel küsst die Auen,

es färbt das Kleid sich der Natur,

der Wald ist feurig anzuschauen.

 

Die Tage gehen nun schnell vorbei,

das Dunkel will kaum fliehen,

der Wind weht Eis und Schnee herbei,

die Vögel Südwärts ziehen.

Und ich sitze hier am Wegesrand

und fühle mich geborgen,

der Eichenstab in meiner Hand,

er vertreibt mir meine Sorgen.

Herbst zieht nun durch weite Flur,

und Nebel küsst die Auen,

doch gibt die Schönheit der Natur,

mir Freude und Vertrauen.

Endlich ist der Winter fort

Lauer Wind streift junge Blüten,

erste Blumen stehn im Licht,

Boten, die die Kunde hüten,

Macht des alten Winters bricht.

 

Weißer Karst an Straßenrändern,

letzter Rest von Schnee und Eis,

kann den Untergang nicht ändern,

und bezahlt den höchsten Preis.

 

Frühling hat sein Haupt erhoben,

schaut frohlockend übers Feld,

letzte Flocken sind zerstoben,

neu erwacht ist alle Welt.

 

Überall wächst junges Leben,

Sehnsucht singt ihr altes Lied,

lässt die Herzen höher schweben,

Vater Frost von dannen zieht.

 

Höre doch die Vögel singen,

schau das junge Rehlein dort,

alles will vor Freude springen,

ENDLICH IST DER WINTER FORT!