Dein Schiff

Du bist auf einer großen Reise,

die man als „Das Leben“ kennt.

Dein Herz folgt einer kleinen Weise,

ein Lied das man dein Schicksal nennt.

Dein Dasein ist ein großes Schiff,

und du bist hier der Kapitän.

Und gibt es auch manch scharfes Riff,

du wirst die Fahrt siegreich bestehn.

Die Segel weit gebläht vom Wind,

sie tragen rasch dein Boot davon.

Am Ziel wo deine Lebensträume sind,

da warten Glück und Liebe schon!

Der Sieger

Du standest im Leben deinen Mann,

und warst der Typ der alles kriegt,

es schien das dich nichts treffen kann,

das immer du es bist, der siegt.

Wo andere kein Land mehr sehen,

warst du der Fels in Sturm und Wind,

man glaubte du kannst Treppen gehen,

im Nichts wo keine Stufen sind.

Schon als Kind warst du der Held,

du trafst das Tor im freien Fall,

wir andern war`n längst angezählt,

du hattest immer eine Wahl.

Du hast die schönsten Frauen geküsst,

egal ob da ein andrer war,

wo du auch hin gekommen bist,

nach kurzer Zeit warst du der Star.

Ein großes Auto schnelles Geld,

so oft hat dich das Glück verwöhnt,

bereist hast du die ganze Welt,

der Campingplatz war dir verpönt.

Ein Macher und ein Überflieger,

auf ewig, schien es, bleibst du Sieger.

 

Vor Wochen hab ich dich gesehen,

im Krankenhaus und kaum erkannt,

sah dein Gesicht und ich blieb stehen

als mein Blick den deinen fand.

Die Augen einsam und so leer,

als gäbe es nichts um dich herum,

der Anblick fiel mir wirklich schwer,

und was ich sah machte mich stumm.

Allein gelassen saßt du dort,

ein Schatten noch aus alten Tagen,

die Ehefrau, ist lang schon fort,

sie hat den Absturz nicht ertragen.

Du sagst, jetzt wäre der Krebs dein Freund,

sonst ist dir kaum etwas geblieben,

dein großer Traum ist ausgeträumt,

das Schicksal hat dich abgeschrieben.

Kein Macher mehr, kein Überflieger,

in diesem Spiel wirst du nie Sieger.

 

Jetzt stehe ich in der Kapelle,

und höre was der Priester spricht,

der Sarg passiert der Türe Schwelle,

zum letzten mal gehst du ins Licht.

Die dich begleiten auf die Reise,

sie singen „Herr erbarme dich“,

und der Gesang erklingt ganz leise,

den nur der Priester singt und ich.

Man hat wohl lang schon dich vergessen,

den keiner kam dich zu geleiten,

hast Freunde wohl nicht viel besessen,

nicht mal in deinen besten Zeiten.

Warst du auch oft ein Überflieger,

blieb doch der Tod allein der Sieger.