Ein altes Buch

Im Bücherbord am hinteren Eck,

steht seit langer Zeit ein alter Schinken,

es scheint er steht dort zu dem Zweck,

mir manchmal freundlich zu zuwinken.

Doch neulich hielt ich`s nicht mehr aus,

ich konnte mich nicht länger zieren,

so zog ich einfach ihn zu mir heraus,

mein Blick lies sich von ihm verführen.

Der Einband handgemacht und stillvoll,

in Gold die edlen Lettern eingeprägt,

Erinnerung, die in mir hoch quoll,

vor Ewigkeiten tief im Herzen abgelegt.

Ich lass den Titel und erbleichte,

die Kindheit kam mir in den Sinn,

und als mich Bild für Bild erreichte,

sank ich langsam in den Sessel hin.

Vor Langem schon hab ich vergessen,

und in meinem Innersten verbannt

das jemals ich das Buch besessen,

und je ich daraus einen Text gekannt.

Seit wie viel Jahren es wohl hofft,

dass jemand es mal wieder ehrt,

ich sah es stehen dort so oft,

hab mir den Zugriff stets verwehrt.

Doch nun kann ich nicht länger fliehen,

es liegt ja schon in meiner Hand,

wird mich nun heute mit sich ziehen,

in jenes längst verlorene Land.

Es erzählt von den Propheten,

und von jener Stadt Jerusalem,

von Christus und der Macht des Beten,

auch von dem Stall in Bethlehem.

Das Buch der Bücher will mich leiten,

zu einem neuen Anfang führen,

es möchte meinen Weg begleiten,

und muss dafür mein Herz berühren.

Und im Regal der Platz bleibt leer,

weil das Buch noch lange währt,

das Lesen fällt mir auch nicht schwer,

mein Herz hat wohl den Ruf gehört.

 

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