Besuch beim Amt

Lange Flure, ergraute ehemals weiße Wände,

Wartezonen mit Plastikstühlen, Kunstdrucke,

Bilder, bei deren Anblick man schaudert.

Termin, trotzdem warte ich schon dreißig Minuten,

Menschen mit beruflicher Vergangenheit

und emotionsleerem Blick,

sie sollen hier Zukunft finden, hier, im Amtsgrau.

Ein Sachbearbeiter trägt Unterlagen durch den Gang,

vorgetäuschte Betriebsamkeit im Computerzeitalter.

Endlich, man lässt mich Eintreten in das Amtsstübchen,

zehn Quadratmeter seelenlose Räumlichkeit ohne Glanz.

Hinter zwei Bildschirmen versteckt sich ein Mann,

IKEA-Schreibtisch Modell „Trostlos“ Buchenachbildung,

aufgesetztes Lächeln, mürrischer Blick, Amtmannsgesicht.

Das Gespräch läuft wie immer, keine Jobangebote,

keine Ideen,

unterschwellig versteckte Arbeitsverdrossenheit,

ihm ist klar, wenn wir nicht wären, dann wäre er auch nicht,

jedenfalls nicht hier am Amt

Nach einer Viertelstunde kann ich wieder gehen,

ich weiß soviel wie davor und er weiß sowenig wie immer.

Nächster Besuch in vier Wochen, ICH FREU MICH!

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