Brief an die Kanzlerin

Sehr geehrte Frau Merkel,

schon seit einigen Monaten frage ich mich ob ihnen aufgefallen ist, dass die Bürger dieses von ihnen angeblich regierten Landes mit ihrer Arbeit nur noch sehr begrenzt einverstanden sind.

Es fällt auf, das die Verbindung die sie damals nach der Wahl mit der FDP eingegangen sind, nicht in der Lage ist, umzusetzen, was in ihrem sogenannten Koalitionsvertrag alles so drin steht.

Hat man uns, also den Wählern, sie erinnern sich, das sind die Leute, denen sie Ihr Gehalt verdanken, vor der Wahl nicht Steuererleichterungen und andere Nettigkeiten versprochen? Mehr Netto vom Brutto sollen wir kriegen, naja, bei ihnen und ihren Mitstreitern im Bundestag ist das ja auch angekommen. Und durch alle Fraktionen hat man sich fröhlich die Hände gerieben. Nur wir, sie wissen schon, die Wähler, wir stellen schmerzlich fest, dass es eher weniger geworden ist. Dazu kommt eine wieder einsetzende Inflation und die Aussicht irgendwann die Unsummen der Rettung Griechenlands und der anderen Europleitegeier abzahlen zu müssen.

Das Geld der Sparer sei sicher, sagen sie. Aber ein gewisser Norbert Blüm, an den sich die älteren in ihrer Regierung vielleicht noch erinnern, hat uns vor Jahren auch weisgemacht die Renten wären sicher. Sie werden verstehen, dass wir nicht mehr jeden Scheiß glauben, den uns ein Parlamentarier erzählt, es ist halt so, aus Erfahrung wird man klug.

Das Vorgehen in der Afghanistanfrage und ihre gleichzeitige Ablehnung deutscher Unterstützung bei der Bekämpfung Gaddafis machen ihre Absichten nicht gerade verständlicher, im Gegenteil, wollen sie nun den Terror bekämpfen, oder sind die Geschäftsverbindungen zu dem libyschen Mörder so lukrativ?

Und die Geschichte mit den Panzern an die Saudis: Liebe Frau Kanzlerin, ganz sicher ist der Panzerdeal ein Segen für die deutsche Rüstungsindustrie und wahrscheinlich sichert er auch dreißig bis vierzig Arbeitsplätze bei den Panzerbauern. Allerdings ist dieses Geschäft in erster Linie zwingend unter dem moralischen Aspekt zusehen, insbesondere dann, wenn man berücksichtigt, dass die Empfänger dieser hochtechnologischen Waffen ihre neuen Spielzeuge eventuell auch anderen zur Bekämpfung der eigenen Bevölkerung zur Verfügung stellen, oder auch das eigene Volk weiter im Zaum halten. Dass Panzer für die Saudis den Iran disziplinieren könnten, dass glauben sie doch selber nicht.

Frau Merkel, es gibt ja Zeitgenossen, die sie wegen ihrer innereuropäischen und internationalen Präsenz als die mächtigste Frau der Welt bezeichnen, dem will ich nicht widersprechen. Es wäre allerdings sinnvoller, sie würden sich mehr um die Dinge im eigenen Land kümmern. Wobei ich verstehen kann, dass sie zu unserem Außenminister in der Sache nicht wirklich Vertrauen haben, den könnte man aber einfach durch einen fähigen Außenpolitiker ersetzten.

Außerdem sind die ständigen Ausflüge in die Welt schon lange kein Mittel mehr, um bei den Bürgern zuhause die Probleme im eigenen Land in Vergessenheit geraden zu lassen, eher im Gegenteil.Machen sie ihren Job in Deutschland, und wenn es sein muss in der EU.  Machen sie endlich Politik für die Menschen daheim und erklären sie den Bürgern was sie warum für richtig halten, sonst werden sie nach der nächsten Wahl selber eine Erklärung suchen. Eine Erklärung dafür, dass man sie dort hin geschickt hat, wo sie während ihrer Amtszeit in den Augen der Wähler öfter waren als in Berlin, in die Wüste.

Hochachtungsvoll

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